Geistlicher Impuls

 

Geistlicher Impuls
Das Herzstück des Glaubens
 

Wie kam es zu dem Leitwort "Eine Liebesgeschichte"? Am Anfang stand die Frage: Welche Botschaft soll von der Feier des Bistumsjubiläums ausgehen? Was ist der Kern unseres Christseins? Wie können wir Kirchenferne darauf aufmerksam machen?

Wie waren die ersten Reaktionen? "Cool", meinten Jugendliche. Sie fühlten sich unmittelbar angesprochen. Eine Liebesgeschichte, das geht jeden an. Kopfschütteln gab es bei den Historikern. Sie zeigten auf die Käfige an der Lambertikirche.

Was ist gemeint? Dass Gott Liebe ist, dass wir Menschen Adressaten seiner Liebe sind, dass diese Liebe stärker ist als alles Böse in der Welt und als der Tod, das ist das Herzstück der biblischen Botschaft, das tiefste Geheimnis der Welt und der tragende Grund kirchlichen Lebens.

Manchmal entdecken wir etwas von diesem Gott. Wir spüren, wie liebevoll er ist, wenn wir sehen, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen; wie leidenschaftlich er ist, wenn junge Menschen gegen den Krieg protestieren; wie barmherzig er ist, wenn sich Menschen für die Armen einsetzen, ohne dabei auf Dank zu warten.

Manchmal kann es unendlich schwer sein, an die Liebe zu glauben. Da, wo der Krebs ein junges Leben vorzeitig beendet; da, wo Krieg und Gewalt Leben und Liebe zerstören; aber auch in uns selbst, wo wir mit unserem privaten Elend nicht zurecht kommen.

Ist es dann nicht erst recht angebracht, an die Liebe zu glauben? Daran, dass allein Gerechtigkeit und Liebe den Weg zum Frieden ebnen? Daran, dass Gott zu uns hält und nicht irre wird an uns? Daran, dass Gott uns im Tod nicht fallen lässt?

Das Bistumsjubiläum ist ein gute Gelegenheit, die Kostbarkeit des Glaubens neu zu entdecken, die Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen dankbar, demütig und festlich zu feiern, uns mit neuem Engagement für die Armen einzusetzen und nach Wegen für die Seelsorge über das Jahr 2005 hinaus zu suchen.

Ferdinand Schumacher


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